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Öffnet internen Link im aktuellen FensterVereinen und Verbänden im Amt Preetz-Land

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Freiwilliges Engagement von Bürgerinnen und Bürgern

von Reinhard Gromke, Leitender Verwaltungsbeamter (a.D.)

Das freiwillige Engagement von Bürgerinnen und Bürgern gehört nicht nur zu den wesentlichen Grundlagen in den örtlichen Gemeinschaften im Amt Preetz-Land, sondern auch zu den tragenden Elementen und zur Kultur des Zusammenlebens in der modernen Gesellschaft.

Mit der Jahrtausendwende hat sich die Aufmerksamkeit für diesen Bereich gesellschaftlichen Lebens deutlich erhöht. 1999 wurde von der Bundesregierung der erste „Freiwilligensurvey“, eine „repräsentative Trenderhebung zu Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und bürgerschaftlichem Engagement“, erstellt. Im gleichen Jahr erteilte der Deutsche Bundestag der Enquete-Kommission „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements“ den Auftrag, „konkrete politische Strategien und Maßnahmen zur Förderung des freiwilligen, gemeinwohlorientierten nicht auf materiellen Gewinn ausgerichteten bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland zu erarbeiten“. Inzwischen gab es mit dem „Freiwilligensurvey 2004“ eine zweite Trenderhebung, und auch der Bericht der Enquete-Kommission „Bürgerschaftliches Engagement: Auf dem Weg in eine zukunftsfähige Bürgergesellschaft“ liegt vor. Die Erhöhung der Aufmerksamkeit für die Wahrnehmung dieses Engagements auf der Ebene der amtsangehörigen Gemeinden ist ein Schwerpunkt dieser Broschüre.

In der kommunalen Selbstverwaltung hat freiwilliges Engagement einen besonderen Stellenwert. Die politische Tätigkeit wird stärker als auf anderen staatlichen Ebenen, und in kleinen Gemeinden umso mehr, vom bürgerschaftlichen Engagement getragen. Von vielen Menschen in unseren Gemeinden wird politisches Engagement gar nicht als etwas Besonderes, sondern als bürgerschaftliches Engagement wie jedes andere auch angesehen. Andererseits stellt dieses politische Engagement wesentliche Rahmenbedingungen für das übrige bürgerschaftliche Engagement zur Verfügung. Dieser engen Verzahnung trägt die gleichwertige Darstellung der Gemeinden mit der politischen Leitung und den freiwillig Engagierten in dieser Broschüre Rechnung.

Die freiwillig Engagierten

Über Quantität und Qualität des freiwilligen Engagements in den amtsangehörigen Gemeinden und die Möglichkeiten zur Nutzung weiterer Potentiale mag sich jeder Leser selbst ein Urteil bilden. Interessant für die Bewertung sind sicherlich einige Daten, die die Untersuchung aus dem Jahr 2004 auf der Ebene der Gesamtgesellschaft zur Verfügung stellt.

Danach sind 36 % der Bevölkerung über 14 Jahre freiwillig engagiert. Als freiwillig Engagierte gilt jener Kreis von Bürgerinnen und Bürgern, die über eine teilnehmende öffentliche Aktivität hinaus ein höheres Maß an Verantwortung übernehmen und sich freiwillig in Form der Übernahme von Aufgaben, Ämtern und Arbeiten binden. 1999 betrug diese Gruppe der freiwillig Engagierten noch 34 %.

Interessant sind sicherlich auch die Bereiche, in denen dieses Engagement stattfindet. In der Reihenfolge ihrer Anteile sind dies: Sport und Bewegung (11 %), Schule und Kindergarten (7 %), Kirche und Religion (6 %), Freizeit und Geselligkeit (5 %), Kultur und Musik (5,5 %), Soziale Bereiche (5,5 %), Feuerwehr und Rettungsdienste (3 %), berufliche Interessenvertretungen (2,5 %), Politik und Interessenvertretung (2,5 %), Umwelt- und Tierschutz (2,5 %), Jugendarbeit und Bildung (2,5 %), Lokales Bürgerengagement (2 %), Gesundheitsbereich (1 %), Justiz und Kriminalitätsproblem (0,5 %).

Die aktivste und stabilste Gruppe der freiwillig Engagierten stellen die jungen Menschen zwischen 14 und 24 Jahren. Die deutlichste Steigerung im Engagement gegenüber der Untersuchung aus dem Jahr 1999 gab es 2004 aber bei den Menschen im Alter ab 60 Jahren (von 26 % auf 30 %) und dort in der Gruppe jüngerer Senioren im Alter von 60 bis 69 Jahren (von 31 % auf 37 %). Berücksichtigt man die Erkenntnisse aus den Vorausschätzungen zur zukünftigen demographischen Entwicklung, wonach der Anteil der Älteren in unserer Gesellschaft deutlich zunehmen wird, so dürften hier wesentliche Potentiale für eine Steigerung freiwilligen Engagements liegen.

Die Förderung des freiwilligen bürgerschaftlichen Engagements

Überhaupt sind die Potenziale, die für eine Vermehrung bürgerschaftlichen Engagements in der Zukunft genutzt werden können, für jeden interessant, der sich diese Vermehrung wünscht. Hier offenbart die Erhebung von 2004 Zahlen, die optimistisch stimmen können. Das Engagementpotenzial, also die grundsätzliche Bereitschaft von bisher nicht Engagierten, sich zukünftig freiwillig zu engagieren, hat sich seit 1999 insgesamt von 26 % auf 32 % vergrößert. Auch der Anteil derjenigen Menschen, die, bereits freiwillig engagiert, bereit sind, dieses Engagement zu verstärken oder auf weitere Bereiche auszudehnen, ist gestiegen.

Das Wissen hierum ist als Ausgangspunkt für das vom Amtsausschuss des Amtes Preetz-Land beschlossene Vorgehen, das bürgerschaftliche Engagement zum Mittelpunkt der gemeinschaftlichen regionalen Entwicklung auf Amtsebene zu machen, sehr interessant. Um die Motive des Amtsausschusses für den eingeschlagenen Weg zu verstehen, ist es wichtig, einen Blick auf den bisherigen Weg des Amtes bei der Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in den letzten zehn Jahren zu werfen.

Diese amtsweite Förderung fand nicht im Bereich des im ländlichen Bereich üblichen Engagements in Vereinen und Verbänden statt. Diese Förderung war Aufgabe jeder einzelnen Gemeinde. Das bürgerschaftliche Engagement, das der Amtsausschuss so positiv wahrgenommen und zum Gegenstand seiner weiteren Strategie zur Regionalentwicklung gemacht hat, war Teil von drei regionalen Entwicklungsprozessen, den Ländlichen Struktur- und Entwicklungsanalysen (LSE). In diese politisch initiierten Prozesse waren im großen Umfang Bürgerinnen und Bürger eingebunden, um in einem organisierten Prozess mit fachlicher Unterstützung die Stärken und Schwächen der Region zu analysieren um danach zu helfen, auf dieser Grundlage regionale Entwicklungsstrategien zu erarbeiten. Dies ist erfolgreich geschehen.

Darüber hinaus hat jeder der drei LSE’n zusätzlich dazu geführt, dass die im Prozess Engagierten die Initiative ergriffen haben und sich auch für die Umsetzung der von ihnen miterarbeiteten Entwicklungsstrategien einsetzen.

Mir diesem Ziel sind der Bürgerverein Barkauer Land e.V. (1999), der Schusteracht e.V. (2004), das Bürgernetzwerk Schwentinetal-Barkauer Land e.V. (2008) und der Verein „Stiftung Bürgerschloss Bredeneek e.V.“ (ebenfalls 2008) gegründet worden. In den Fällen des Bürgervereins Barkauer Land und des Schusteracht e.V. besteht eine enge, auch finanzielle Kooperation mit den Regionsgemeinden, im Falle des Vereins „Stiftung Bürgerschloss Bredeneek e.V.“ mit der Gemeinde Lehmkuhlen.

Die Entwicklung einer kommunalen Bürgergesellschaft

Der Amtsvorsteher des Amtes Preetz-Land hat zur Ausführung des Beschlusses des Amtsausschusses, das bürgerschaftliche Engagement in den Mittelpunkt gemeinschaftlicher Entwicklung auf Amtsebene zu machen, den Vorschlag unterbreitet, dies unter dem Leitbild einer „Bürgergesellschaft“ zu tun. Damit ist zum Einen gemeint, den Blick auf Amtsebene nicht mehr in erster Linie auf das bürgerschaftliche Engagement zu richten, das im Rahmen der drei LSE’n entstanden ist, sondern alle bestehenden bürgerschaftlichen Aktivitäten innerhalb und außerhalb von Vereinen und Verbänden einzubeziehen. Zum Anderen ist damit die Aufgabe gemeint, die Strukturen zu verbessern, die bürgerschaftliches Engagement ermöglichen und zu einer Kultur des bürgerschaftlichen Engagements führen.

Die Zukunft wird zeigen, ob und welche Strukturen und welche Kultur sich auf der Grundlage der bestehenden Situation entwickeln und ob sich die damit verbundene Aufgabenteilung zwischen politischem Engagement und übrigem bürgerschaftlichen Engagement sinnvoll organisieren lässt. Dies kann in einer Bürgergesellschaft nur dadurch geschehen, dass sich ein kommunikatives Netzwerk zwischen den regionalen Akteuren bildet. Die Darstellung von Akteuren in dieser Broschüre und die Kenntnis der Absichten zur Entwicklung einer kommunalen Bürgergesellschaft im Gebiet des Amtes Preetz-Land mögen dazu beitragen.

Unsere Bürgervereine

Öffnet externen Link in neuem FensterBürgerverein Barkauer Land e.V.

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